Aus Katastrophen gelernt -140 Jahre Wasserwacht in Deutschland

Thomas Huber, Landesvorsitzender der Wasserwacht Bayern, freut sich über das Jubiläum: „Bayern ist der Geburtsort der Wasserwacht. Es macht mich stolz, dass hier der Grundstein für die Wasserrettung gelegt wurde.“

Als das Donau-Hochwasser in Regensburg am 7. Februar 1883 zu einer historischen Katastrophe führte, waren Helfer des Roten Kreuzes erstmalig in die Hochwasserrettung eingebunden. Dies stellte damals die Geburtsstunde der Wasserwacht in Deutschland dar. „Schnell wurde klar, dass es institutionelle Strukturen dieser Art in Deutschland braucht – die Wasserwacht ist somit eine der größten Lehren aus dem Donauhochwasser“, sagt Huber.

Im Laufe der Jahre gründeten sich überall in Deutschland sogenannte Sanitäts- und Wasserwehrkolonnen. 1891 wurden ebenfalls in Regensburg Sanitätsschiffe zur Absicherung der Donau bereitgestellt. Wenige Jahre später gründeten sich an oberbayerischen Seen die ersten Wasserrettungsstationen. Die Geschichte zeigt, was bis heute gelebt wird: „Aus jeder Katastrophe müssen die richtigen Schlüsse gezogen werden, um sich für die Zukunft besser aufzustellen“, so Huber. „Stillstand ist im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz keine Option. Deshalb hat sich die Wasserwacht Bayern in den letzten Jahren immens weiterentwickelt und wird das auch in Zukunft tun“ und ergänzt: „Deswegen arbeiten wir gerade daran, mit der Unterstützung des Freistaats Bayern ein Bayerisches Wasserrettungszentrum auf den Weg zu bringen“.

Mit Blick auf die Ehrenamtlichen der Wasserwacht Bayern sagt Huber: „Unsere Ehrenamtlichen sind für die Sicherheit am und im Wasser zur Stelle, egal ob für Schwimmkurse, die Wasserrettungsausbildung oder im Ernstfall die Wasserrettung selbst. Sie sind der Garant für Schutz und Sicherheit am und im Wasser. Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn es besonders brenzlig wird, und bringen sich damit auch oft selbst in Gefahr.“ Die Wasserwacht Bayern ist die größte Wasserrettungsorganisation im Freistaat und die mitgliederstärkste Gemeinschaft im Bayerischen Roten Kreuz.

Im Jahr 2022 wurde die Wasserwacht Bayern zu rund 4000 Einsätzen gerufen. Davon waren 801 medizinische Notfälle, 62 Lebensrettungen sowie 83 Krankentransporte mit Boot. Die Wasserwacht beobachtet eine zunehmende Sorglosigkeit gegenüber Gewässern und den damit einhergehenden Gefahren.

Die Schwimmfähigkeit hat durch die Pandemie erheblich gelitten. In 2019 wurden rund 12.160 Schwimmabzeichen abgenommen. Im darauffolgenden, ersten Pandemiejahr 2020 hingegen nur noch rund 2400. „Dieser Rückgang von rund 80 % ist signifikant und erzeugt einen drastischen Aufholbedarf“, so Huber. „Wir appellieren an Eltern und Lehrkräfte die Schwimmfähigkeit proaktiv anzugehen, denn Schwimmen können rettet Leben.“  

Frohe Ostern

Da der Osterhase leider auch in diesem Jahr nicht an der Wachstation am Main vorbei kommen darf, wünschen wir euch allen auf diesem Wege ein frohes Osterfest und viel Spaß beim Eier suchen. Wir hoffen darauf im nächsten Jahr unsere Ostereiersuche wieder wie in alter Gewohnheit durchführen zu können.

Bis bald eure Vorstandschaft Ortsgruppe Schweinfurt

„Patsch!“ „Nass!“

Ist ein „Schlachtruf“ der Wasserwachtler, wenn es etwas zu feiern gibt. Und das ist heute durchaus, wenn auch nicht gemeinsam, möglich. Heute vor 73 Jahren, am 16. Mai 1947, wurde die Wasserwacht Ortsgruppe Schweinfurt im Schweinfurter Rathaus gegründet.
Von anfänglich 49 Mitgliedern ist die Ortsgruppe mittlerweile auf rund 1.500 Mitglieder gewachsen. Für Schwimmkurse, Kinder-, Jugend- und Aktiventraining sind üblicherweise pro Woche rund 40 ehrenamtliche Trainer engagiert.

Schwimmstaffel von 1948

Für den Wasserrettungsdienst betreiben wir zwei Schnelleinsatzgruppen die rund um die Uhr für den Notfall zur Verfügung stehen. Für die Sicherheit am und im Wasser unterhalten wir zwei Wasserrettungsstationen am Schweinfurter Baggersee und am Main. Unser ehrenamtliches Team sichert auch zahlreiche Wassersportveranstaltungen am Ellertshäuser See, der Bundeswasserstraße Main und weiteren Gewässern im Stadt- und Landkreis Schweinfurt professionell ab. Des Weiteren sind wir als Bootstrupp und in der Zugführung für den Wasserrettungszug Unterfranken tätig.

Aktuell, während des ausgerufenen Katastrophenfalls, leisten wir zusammen mit den restlichen Gliederungen im Bayerischen Roten Kreuz, unterstützende Dienste beispielsweise den Testzentren der Gesundheitsämter für Corona-Teste sowie Unterstützung bei den Zugangsregelungen in den Rotkreuz-Läden.
Unser Training für die Wasserretter in den Schwimmbädern fällt nach wie vor aus, dennoch nutzen wir die Zeit und treffen uns statt im Schwimmbad online im Internet und halten dort unsere Fortbildungen zu den unterschiedlichsten Themen der Wasserrettung, Hygiene und Katastrophenschutz.

Der Geburtstag ist ein Grund, allen Mitgliedern und Förderern herzlichen Glückwunsch und DANKE zu sagen. In diesem Sinne: Ein dreifaches „Patsch nass!“

Bezirkswettbewerb 2018

Ein großartiges Ergebnis erzielten am Samstag, den 14.04.2018 die drei Mannschaften der Kreiswasserwacht Schweinfurt beim Bezirkswettbewerb in Ochsenfurt, bei dem nicht nur schwimmerische Fähigkeiten gefragt waren.

Neben dem Wettkampf in den Disziplinen im Wasser wurden am Nachmittag auch an Land Kenntnisse im Bereich Wasserwacht-Wissen, Naturschutz und Erste Hilfe geprüft und mit in die Bewertung einbezogen.

Nach einem langen Tag voller Engagement, Ehrgeiz und viel gemeinsamen Spaß können alle Teilnehmer und Trainer stolz auf die erreichten Ergebnisse blicken: zweimal 3. Platz, einmal 6. Platz. Wir sind stolz auf EUCH und sagen Vielen Dank an die Veranstalter, alle Teilnehmer, Trainer und Helfer!

Auf euch und eure tolle Leistung ein dreifaches PATSCH-NASS!!!

Hier zusätzlich der Beitrag des TVMainfranken